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Museum Kurhaus

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SPD/Volt fordern konzeptionelle Neuausrichtung für das Museum

Die SPD/Volt-Fraktion setzt sich im Rat der Stadt Kleve mit drei konkreten Anträgen für einen modernen, lebendigen und bürgernahen Kurs des Museums Kurhaus ein. Ziel ist es, Kultur in Kleve stärker für alle Menschen zugänglich und erlebbar zu machen.

Antrag der SPD/Volt-Fraktion 008/XII: Neukonzept Museum Kurhaus mit Museumspädagogik

Die SPD/Volt-Fraktion im Rat der Stadt Kleve beantragt, der Rat der Stadt Kleve möge beschließen,

  1. dass für das Museum Kurhaus bis zum 30.09.2026 ein neues Museumskonzept entwickelt und ab 2027 umgesetzt wird.
  2. a) Das Konzept soll einen höheren partizipativen Ansatz haben und den Bereich Museumspädagogik stärken, als Veranstaltungslinie für alle Generationen mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche: um Museumsarbeit partizipativ, integrativ und ganzheitlich zu gestalten.
    b) Das Museum wird verpflichtet, pro Monat mindestens vier pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche anzubieten und dem Stadtrat über den Erfolg der Angebote zu berichten.


    Hierzu sollten auch folgende Konzeptideen geprüft werden (vgl. Anlage 1):
  • Museumsbesuch mit Baby
  • Familienführung(en),
  • Kindergärten und Grundschulen einbinden,
  • Kinderecke, Werk-/Spielraum einrichten,
  • Geburstagsfeiern im Museum,
  • Schüler*innen oder sogar Kindergärten kuratieren (Mini-)Ausstellungen,
  • Führungen, Angebote in leichter Sprache,
  • Führungen/Konzepte mit sozialen Trägern verwirklichen.
  1. Bei Ausstellungen und Veranstaltungsarbeit ist zukünftig grundsätzlichdarauf abzuzielen, den Bestand zu berücksichtigen. Statt weiterhin teureLeihgaben auszustellen, sind zunächst Exponate aus dem Depot fürWechselausstellungen zu nutzen.
  2. Um weiterhin freiwillige Zuschüsse aus dem Haushalt der Stadt Kleve zu erhalten, hat das Museum bis zum 30.09.2026 das neue Konzept vorzulegen und auch messbare Ziele darzustellen.

Begründung

Das Museum Kurhaus Kleve erfüllt als städtisches Museum nicht nur eine Ausstellungs- und Bewahrungsfunktion, sondern auch einen Bildungs- und Vermittlungsauftrag. Museen sind heute moderne außerschulische Lernorte, die kulturelle Teilhabe ermöglichen, historisches Bewusstsein fördern und insbesondere Kindern und Jugendlichen Zugänge zu Kunst, Geschichte und gesellschaftlicher Reflexion eröffnen sollen.

Hochwertige Sammlungen nutzen

Das Museum Kurhaus Kleve verfügt über einen umfangreichen und qualitativ hochwertigen eigenen Sammlungsbestand, insbesondere durch die bedeutende Ewald-Mataré-Sammlung mit inzwischen über 1000 Werken sowie zahlreiche weitere Werke aus Mittelalter, Barock und Moderne. Ein großer Teil dieser Kunstwerke befindet sich im Depot und ist der Öffentlichkeit derzeit nicht zugänglich.

Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Kleve sollten zukünftig verstärkt Ausstellungen aus dem eigenen Bestand realisiert werden. Dadurch können erhebliche Kosten eingespart und zugleich die vorhandenen kulturellen Schätze der Stadt stärker sichtbar gemacht werden.

Andere Museen nutzen bereits erfolgreich dieses Konzept. So werden beispielsweise in kleineren Kabinettausstellungen regelmäßig Werke aus eigenen Sammlungen präsentiert, wodurch Transport- und Leihkosten reduziert werden.

Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen

Auch für das Museum Kurhaus Kleve bietet sich die Möglichkeit, thematische Ausstellungen aus dem eigenen Depot heraus zu entwickeln – auch unter Mitwirkung bspw. von Kindern und Jugendlichen, vgl. Antrag 009/XII – und damit die eigene Sammlung stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Eine zeitgemäße und (vgl. wiederum Antrag 009/XII als Daueraufgabe verankerte Museumspädagogik bietet die Chance, kulturelle Teilhabe deutlich zu erweitern und neue Zielgruppen langfristig an Kunst und Kultur heranzuführen. Andere Häuser, beispielsweise die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sowie im regionalen Kontext das Niederrheinische Museum Kevelaer oder das Museum Schloss Moyland, zeigen bereits erfolgreich, wie niedrigschwellige und familienfreundliche Angebote neue Besuchendengruppen erschließen können.

Es sollte ein verbindliches museumspädagogisches Konzept entwickelt werden, das mindestens vier museumspädagogische Angebote pro Monat für Kinder im Alter von vier bis vierzehn Jahren vorsieht. Diese Angebote könnten sowohl begleitend zu aktuellen Ausstellungen als auch in Form eigenständiger Kunstworkshops stattfinden.

Darüber hinaus wäre ein regelmäßiges Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene wünschenswert, um das Museum langfristig als kulturellen Begegnungsort für alle Generationen zu etablieren.

Verknüpfung von Museumspädagogik und Depotausstellungen

Ein besonderer Mehrwert entsteht durch die Verknüpfung von Depotausstellungen und Museumspädagogik: Sie ermöglicht eine stärkere Präsentation regionaler Kunstschaffender und regionaler kunsthistorischer Bezüge. Gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kann das Museum Kurhaus so zu einem Ort werden, an dem die Geschichte, Kunst und kulturelle Identität der eigenen Region erfahrbar werden. Regionale Bildung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, den Blick zu verengen, sondern im Gegenteil: Die Auseinandersetzung mit Kunst aus Kleve, vom Niederrhein und aus der deutsch-niederländischen Grenzregion kann jungen Menschen vermitteln, dass ihre eigene Lebenswelt Teil eines größeren europäischen Kulturraums ist.

Die im Stellenplan vorgesehene Stelle (vgl. Antrag 009/XII) ist daher nicht nur organisatorisch notwendig, sondern ein zentraler Bestandteil einer modernen und inklusiven Kulturvermittlung in Kleve.

Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.

Antrag der SPD/Volt-Fraktion 009/XII: Stelle Museumspädagogik im Museum Kurhaus

die SPD/Volt-Fraktion im Rat der Stadt Kleve beantragt, der Rat der Stadt Kleve möge beschließen, dass

die im Stellenplan des Museum Kurhauses vorgesehene 50-%-Stelle für Museumspädagogik innerhalb von zwei Wochen erneut ausgeschrieben wird und die Ausschreibung ggf. so oft wiederholt wird, bis die Stelle besetzt werden kann. Im Kulturausschuss ist über Fortschritte des Verfahrens zu berichten.

Zugleich besteht die grundsätzliche Verpflichtung, dass mindestens im Umfang von 20 Wochenstunden museumspädagogische Arbeit kontinuierlich betrieben wird, unabhängig davon, ob die museumspädagogische Stelle besetzt ist; ersatzweise ist diese Tätigkeit von anderen Mitarbeitenden des Museums wahrzunehmen.

Begründung

Aus dem Kulturgesetzbuch ergibt sich ein klarer Auftrag, Kunst nicht nur “zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen [und] auszustellen”, sondern auch „zu vermitteln“ (KulturGB NRW, § 40 (1) S. 1). Zudem sollte stärker als bisher ein Zusammenhang zum Auftrag zur kulturellen Bildung (§ 7 (1), insb. S. 2 und 3) hergestellt werden. Hier wird deutlich gemacht, dass ein Schwerpunkt kultureller Bildung auf der Förderung kreativer Aktivitäten und Fähigkeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen liegt. Sie sollen die Möglichkeit haben, ihre Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit, ihren ästhetischen Eigensinn und ihre künstlerischen Talente zu erproben und weiterzuentwickeln.

Junge Menschen werden kaum erreicht

Das Museum Kurhaus wird in erheblichem Umfang durch öffentliche Mittel der Stadt Kleve finanziert. Diese Investition sollte möglichst vielen Bürger*innen zugutekommen. Die derzeitige Besuchendenstruktur lässt demgegenüber darauf schließen, dass insbesondere junge Menschen, Familien sowie Kinder und Jugendliche bislang nur unzureichend erreicht werden.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht hinnehmbar, dass die im Stellenplan vorgesehene museumspädagogische Stelle derzeit nicht einmal ausgeschrieben ist.

Öffentliche Förderung verpflichtet

Auch während einer Vakanz muss ein aus öffentlichen Geldern finanziertes Museum seinen gesetzlich vorgeschriebenen kunstvermittelnden Auftrag erfüllen. Wenn die vorgesehene Stelle aktuell nicht besetzt werden kann, muss das Museum durch geeignete organisatorische Maßnahmen sicherstellen, dass der entsprechende Arbeitsumfang dennoch erbracht wird. Entscheidend ist, dass die museumspädagogische Arbeit nicht ruht und nicht auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Wir halten es für angemessen, wenn die drei hauptamtlichen Fachkräfte des Museums mindestens 20 Wochenarbeitsstunden in die museumspädagogische Arbeit investieren, solange die Stelle unbesetzt ist.

Ehrenamtliches Engagement und externe Unterstützung können eine sinnvolle Ergänzung sein. Sie dürfen jedoch keine dauerhaft unbesetzte Fachstelle ersetzen und auch nicht dazu führen, dass ein zentraler Aufgabenbereich des Museums nur punktuell oder abhängig von zufälligen Verfügbarkeiten wahrgenommen wird. Museumspädagogische Arbeit braucht personelle Zuständigkeit, Verlässlichkeit und klare Verantwortlichkeiten. Genau diese strukturelle Absicherung fehlt, wenn die vorgesehene Stelle nicht besetzt ist und zugleich keine verbindliche Vertretungs- oder Übergangslösung geschaffen wird.

Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.

Antrag der SPD/Volt-Fraktion 010/XII: Ausstellungen im Museum Kurhaus

die SPD/Volt-Fraktion im Rat der Stadt Kleve beantragt, der Rat der Stadt Kleve möge beschließen, dass

  1. die Museumsleitung verpflichtet wird, dem Stadtrat bis zum 30.06.2026 Auskunft zu folgenden Punkten zu erteilen:
    a. Planung für das Jahr 2027
    i. Ausstellungen
    ii. Workshops
    iii. Sonstige Aktionen

    b. Welche Vorhaben sind bereits (extern) in Auftrag gegeben und erzeugen insofern Mittelbindungen? Hier ist auch anzugeben, in welcher Höhe diese Mittelbindungen bestehen.
  2. Geplante Ausstellungen im Museum Kurhaus im Jahr 2027, die noch nicht vergeben/beauftragt sind, sollen ausgesetzt werden. Dafür sollen aus dem Fundus des vorhandenen Depots Ausstellungen gestaltet werden. Ein Darstellungsbericht der dadurch möglichen haushalttechnischen Einsparungen soll dem Kulturausschuss vorgestellt werden.
  3. Über museale Neuanschaffungen bedarf es Beratungen im Unterausschuss für Haushaltsstabilität und Steuerung sowie der Zustimmung des Rates der Stadt Kleve.

Begründung

Der Antrag verfolgt das Ziel, den zukünftigen Ausstellungsbetrieb grundsätzlich stärker darauf auszurichten, den Bestand des Museums und vor allem Exponate aus dem eigenen Depot zu berücksichtigen, statt kostenintensive Leihgaben vorzusehen oder Wechselausstellungen durchzuführen, ohne den kulturellen Anspruch des Museums zu verringern.

Gleichzeitig soll Transparenz darüber geschaffen werden, welche Ausstellungen bereits geplant oder vergeben sind und welche Einsparpotenziale sich durch eine stärkere Nutzung des musealen Eigenbestandes ergeben. Ein großer Teil dieser Kunstwerke befindet sich im Depot und ist der Öffentlichkeit derzeit nicht zugänglich. Zudem verursachen externe Sonderausstellungen regelmäßig hohe Kosten, etwa für Leihgebühren, Transporte, Versicherungen, Verpackung sowie kuratorischen Zusatzaufwand.

Haushaltskonsolidierung unter Einbeziehung des Museums

Angesichts schwindender finanzieller Spielräume und der andauernden Bestrebungen von Rat und Verwaltung zur Haushaltskonsolidierung bedarf es eines Überblicks über die kurzfristige Mittelbindung des musealen Etats sowie der Beschränkung in der Verausgabung weiterer Mittel; andernfalls besteht nicht nur die Gefahr, dass der bisherige Wechselausstellungsbetrieb auch weiterhin erhebliche Ressourcen bindet. Ebenso müssen erforderliche Aufwendungen zur Verwirklichung von Konzepten, die den eigenen Bestand fokussieren und konzeptionell auf eine stärker partizipative Form der Vermittlung setzen, so früh wie möglich geplant werden können.

Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.

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