Prüfantrag XII/001
Prüfung der Möglichkeit, das Feuerwerk beim Lichterfest durch eine Licht- und Laserschau zu ersetzen
die Ratsfraktion SPD/Volt Kleve beantragt, der Rat der Stadt Kleve möge Folgendes beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, inwieweit das bisher beim Lichterfest der Stadt Kleve durchgeführte Feuerwerk zukünftig durch eine Licht- und Lasershow ersetzt werden kann.
Im Rahmen dieser Prüfung sollen insbesondere:
- die voraussichtlichen Kosten eines Feuerwerks und einer Licht-/Lasershow gegenübergestellt werden,
- die Vor- und Nachteile beider Varianten (u. a. Umweltverträglichkeit, Lärmbelastung, Sicherheit, Atmosphäre, Besucherwirkung) dargestellt werden,
- mögliche Kooperationspartner oder Anbieter für eine Licht-/Lasershow ermittelt werden.
- Empfehlungen zur Umsetzung beim Lichterfest in 2026 dem Rat der Stadt Kleve im ersten Quartal 2026 präsentiert werden.
Begründung:
Das Lichterfest in Kleve ist ein beliebtes und stimmungsvolles Ereignis, das zahlreiche Besucher:innen anzieht. Angesichts wachsender Sensibilität für Umwelt- und Tierschutz, der Lärmbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Klimawirkung von Feuerwerken erscheint es sinnvoll, nach alternativen Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen.
Licht- und Lasershows bieten moderne, umweltfreundlichere und kreative Möglichkeiten, ein eindrucksvolles visuelles Erlebnis zu schaffen. Sie können zudem mit Musik und thematischen Inhalten kombiniert werden und Kleve als innovative, nachhaltige Stadt präsentieren.
Durch die Gegenüberstellung von Kosten, Umweltaspekten und Wirkungen soll eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen werden, ob und wie ein zukünftiges Lichterfest ohne klassisches Feuerwerk gestaltet werden kann.
Insbesondere vor dem Hintergrund des Umwelt- und Tierschutzes so wie möglicher Kostenersparnisse, halten wir als Ratsfraktion SPD/Volt Kleve eine Prüfung und Abwägung für sinnvoll.
Eine weitere Begründung erfolgt mündlich.
Stellungnahme der Verwaltung:
Das jährlich stattfindende Sommerabschlusskonzert wird traditionell durch ein musikbegleitetes Barock- und Höhenfeuerwerk abgeschlossen. Für das kommende Veranstaltungsjahr steht erneut die Frage im Raum, ob diese Abschlussinszenierung durch eine Licht- und Lasershow ersetzt werden sollte. Die Thematik wurde bereits im Jahr 2020 im Rat sowie im AKS, UVA, AKUN und im HFA umfassend beraten. Ergebnis der damaligen Beratungen war, am bewährten Barock- und Höhenfeuerwerk festzuhalten. Im Rahmen der damaligen Prüfung wurde festgestellt, „dass die Belastungen durch Feuerwerke nur einen geringen Teil der Emissionen von Veranstaltungen ausmachen“ (Drucksache Nr.: 1354/X vom 09.07.2020, S.2). Die maßgeblichen Emissionsquellen würden vor allem in der An- und Abreise der Besucher sowie im gastronomischen Angebot liegen (Drucksache Nr.: 1354/X vom 09.07.2020, S.2). Zudem veröffentlichte das Umweltbundesamt einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass der beim Abbrennen eines Höhenfeuerwerks entstehende Feinstaub kaum im Boden nachweisbar ist, da sich die Partikel aufgrund der Explosion in großer Höhe weiträumig verteilen. Die relevanten Erkenntnisse aus der Prüfung von 2020 behalten weiterhin Gültigkeit:
Stellungnahme Stadtverwaltung.
– Feuerwerke tragen nur einen geringen Anteil an den Gesamtemissionen desSommerabschlusskonzerts bei.
– Hauptemissionsquellen sind Besuchermobilität und Gastronomie.
– Der durch Höhenfeuerwerke entstehende Feinstaub ist im Boden kaumnachweisbar.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass der diesjährige Feuerwerker internationale Klimaprojekte unterstützt und damit zur Kompensation der entstehenden Emissionen beiträgt. Darüber hinaus werden recycelte Materialien eingesetzt, wodurch die ökologische Bilanz weiter verbessert wird (https://www.tc-feuerwerke.com/nachhaltigkeit, aufgerufen am 24.11.2025, 15:08 Uhr).
Durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen wurden die Besucher des Sommerabschlusskonzertes seit diesem Jahr außerdem explizit dazu aufgefordert möglichst mit dem Fahrrad oder zu Fuß anzureisen. Hierzu wurden ausgewiesene Fahrradparklätze eingerichtet.
Sowohl das traditionelle Barock- und Höhenfeuerwerk als auch eine mögliche Licht- und Lasershow weisen Vor- und Nachteile auf. Während Licht- und Lasershows im Bereich Lärmreduktion und Feinstaub Vorteile aufweisen, sind sie hinsichtlich Kosten, technischer Anforderungen und Wirkung teilweise nachteilig und ebenfalls nicht emissionsfrei. Feuerwerke hingegen verursachen Feinstaub und akustische Belastungen, diese fallen jedoch nachweislich im Gesamtzusammenhang einer Großveranstaltung nur gering ins Gewicht. Durch Kompensationsmaßnahmen und den Einsatz recycelter Materialien verbessert sich zudem die ökologische Gesamtbilanz. Auf Grund der vorstehenden Ausführungen empfiehlt die Verwaltung dem Rat der Stadt Kleve den Antrag abzulehnen.


Lichterfest weiterdenken – Ausschuss gibt grünes Licht für Prüfung

Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Kleve hat sich am 10.12.2025 mit unserem Prüfantrag (Fraktion SPD/Volt Kleve) beschäftigt, beim Klever Lichterfest das klassische Feuerwerk durch eine Licht- und Lasershow zu ersetzen.
Ergebnis:
Der Ausschuss stimmte mehrheitlich für eine Prüfung des Vorschlags. Die Ergebnisse sollen anschließend im Kulturausschuss vorgestellt werden. Dort wird weiter beraten und eine Empfehlung für die politische Entscheidung ausgesprochen.

In der Diskussion wurden neben Tierwohl und Feinstaubbelastung auch
eine Kostengegenüberstellung sowie die Chance auf neue, innovative Elemente für das traditionelle Lichterfest positiv hervorgehoben.
Die Fraktionen zeigten sich mehrheitlich offen dafür, Neues zu prüfen und auszuprobieren – ohne den besonderen Charakter des Lichterfestes verlieren zu wollen.
