Staatssekretär Klute informierte in Kleve über Kommunale Integrationszentren und zeigt Möglichkeiten auf

Trotz heißer Temperaturen blieb im Foyer der Stadthalle Kleve anlässlich der Veranstaltung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) des Kreises Kleve kaum ein Stuhl unbesetzt.

Mit Thorsten Klute, Staatssekretär für Integration im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, Jürgen Franken, Vorsitzender der SPD- Kreistagsfraktion Kleve und SPD Landratskandidat für den Kreis Kleve und Prof. Dr. Hasan Alkas, Vorsitzender SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt im Kreis Kleve, stellte der SGK- Kreisverband Kleve ein fachkompetentes Podium.

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Ergänzt wurde die Veranstaltung durch einen emotional beeindruckenden Film von Veronika Brückner aus Kevelaer, ehrenamtlich Tätige im Bereich der Integrationsarbeit. Moderiert wurde die Veranstaltung von der SGK- Vorsitzenden Sigrid Eicker.

In seinem Eingangsreferat stellte Staatssekretär Klute das seit 2012 gültige Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration in NRW und die damit einhergehenden Querschnittsaufgaben der kommunalen Integrationszentren vor.

Gerade in ländlichen Gebieten konnten in bislang 49 Integrationszentren der 54 kreisfreien Städte und Kreise leistungsfähige Strukturen der Integrationsarbeit entwickelt und eine systematische Koordinierung von Integration gewährleistet werden.

Thorsten Klute hatte auch aktuelle Daten zu Zuwanderung und Integration im Kreis Kleve parat und gab damit interessante Einblicke zum Integrationsprofil des Kreises Kleve. Dabei fiel im NRW- Vergleich auf, dass überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler ohne deutsche Staatsangehörigkeit im Kreis Kleve nach der vierten Klasse auf eine Hauptschule gehen, deutlich unterdurchschnittlich jedoch auf ein Gymnasium.

Ferner führte der Staatssekretar auf Nachfragen aus, dass die rot- grüne Landesregierung die erfolgreiche Arbeit der Kommunalen Integrationszentren auch über 2017 hinaus finanziell fördern möchte. Es bestünden sogar Überlegungen, ob man die Fördermittel aufstocken wolle. Bekanntlich werden derzeit Kommunale Integrationszentren, neben zwei abgeordneten Lehrkräften, mit Personalkostenzuschüssen von bis zu 170.000 Euro/Jahr unterstützt.

SPD- Landratskandidat Jürgen Franken erläuterte, dass aufgrund der ablehnenden Haltung der Fraktionen von CDU, FDP und AfD/MH ein flächendeckendes, koordiniertes und vernetztes Integrationsangebot derzeit im Kreis Kleve nicht umgesetzt wird. Anhand von vielen Beispielen aus anderen Kreisgebieten, zeigte er auf, was alles an guter Integrationsarbeit im Kreis Kleve möglich wäre und warb im Zuge steigender Zahlen von Asylbewerbern und Flüchtlingen für ein Umdenken.

Prof. Dr. Hasan Alkas wusste zu berichten, dass ein Großteil der Migranten Kinder seien. Insofern müsse der Fokus insbesondere auf die die frühkindliche Bildung gelegt werden. Dabei könnten die Kommunalen Integrationszentren vor allem die Erzieher beratend unterstützen, damit sie sensibler mit der Zweisprachigkeit umgehen und u.a. Tests zur Prüfung der Sprachentwicklung auf die Bedürfnisse und Hintergründe der Kinder anpassen. Weiterhin dürfe man Integrationsarbeit nicht allein auf den vorschulischen und schulischen Bereich konzentrieren, sondern müsse im Rahmen der Querschnittsaufgabe diese auch auf die Bereiche Übergang zum Beruf und Wirtschaft ausdehnen. Integrationszentren können langfristig eine europäische Dimension erlangen, von der auch einheimische Kinder und Jugendliche profitieren, wenn es um die Schaffung eines integrierten Arbeitsmarktes mit deutlich höheren Mobilitätsanforderungen geht.

Nach einer anschließenden anregenden Diskussion mit dem Publikum schloss Staatssekretär Klute den Abend mit dem Angebot, den Landrat des Kreises Kleve und die Bürgermeister der kreisangehörigen Kommunen, gemeinsam in die landesweite Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren in Dortmund, einzuladen.

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