Inklusion ist eine Revolution in der Gesellschaft

Kreis Kleve 2009 wurde die UN- Behindertenrechtskonvention im deutschen Bundestag einstimmig beschlossen. Dass es noch ein weiter Weg ist, bis Inklusion im Bildungssystem und in der Bildungslandschaft, vor allem auch im Kreis Kleve, umgesetzt ist, stellten die Jusos kürzlich auf einer Podiumsdiskussion fest.

Vor rund 40 Gästen stellte Norbert Killewald, Landesbehindertenbeauftragter, klar, dass Inklusion in der Schule nicht immer einfach sei, denn nicht nur die Elternwahl, sondern auch das Kindeswohl sollten weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Hier müsse die richtige Balance gefunden werden, denn nicht immer seien Förderschulen das Schlechteste, vor allem wenn Regelschulen noch nicht auf Inklusion eingerichtet seien. Trotzdem müsse Inklusion mittelfristig stattfinden, denn nur ein Bruchteil der Kinder, die heute Förderschulen im Kreis Kleve besuchen, habe diese auch wirklich nötig und könne keine Regelschule besuchen.
Kritischer betrachtet wurde die Sache durch Walter Seefluth von der GEW. Seefluth sieht vor allem die Gefahr darin, dass Lehrkräfte überfordert sein könnten, weil sie nicht die entsprechende Aus- oder Fortbildung erhalten hätten. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass die Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen sehr personalintensiv sei und das Land sich daher auf steigende Kosten einstellen müsse.
Wie wichtig es trotz allem aber ist, dass auch Menschen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind, am normalen Leben teilnehmen, machte Willi Hermsen als Vater eines behinderten Sohnes deutlich. Man dürfe nicht vergessen, dass die Aufnahme in die ganz „normale“ Gesellschaft für die Behinderten wichtig ist und auch die Gesellschaft davon profitiere. Er selbst habe sich durch seinen Sohn immer wieder geerdet gefühlt.
Sarah Thon von den Jusos im Kreis Kleve, Auszubildende zur Krankenschwester in den LVR- Kliniken, berichtete von ihren frühen Berührungsängsten mit Mensch mit Beeinträchtigungen, die auf fehlenden Umgang mit ihnen zurückzuführen seien. Jeder Mensch verdiene es, gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, das schreibe schließlich schon das Grundgesetz vor, dass die Würde des Menschen besonders schütze. Das bedeute auch, dass die Teilnahme am Schulunterricht in Regelschulen möglich sein müsse.
Auch durch Beiträge der Gäste wurde immer wieder deutlich, dass Inklusion gewollt ist, nicht nur auf Bildung beschränkt sein sollte, da sie sonst ins Leere laufen würde. Ebenso wurde deutlich, dass es aber noch ein weiter Weg bis zur endgültigen Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention ist, den die Jusos im Kreis Kleve gerne aktiv begleiten wollen.

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